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24. April 2018

ARGE Streuobst und Blühendes Österreich suchen die schönsten Streuobstwiesen

Michaela Dorfmeister auf ihrer Streuobstwiese

ARGE Streuobst und Blühendes Österreich rufen alle BäuerInnen und GartenbesitzerInnen auf, ihre Streuobstwiesen und Hausgärten mit Obstbestand bis 24. Juni 2018 bei Blühendes Österreich einzureichen. Streuobstwiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen in Österreich. Um auf die Bedeutung für Mensch und Tier aufmerksam zu machen, soll mit dem Wettbewerb die Pracht dieser gefährdeten Kulturlandschaften und die Obstvielfalt Österreichs vor den Vorhang geholt werden. Die schönsten, sorten- und artenreichsten Bestände werden prämiert. Michaela Dorfmeister, ehemalige Schirennläuferin und ebenfalls Besitzerin einer Streuobstwiese im Mostviertel ist Botschafterin der Streuobstwiesen.

Traditionell bewirtschaftete Streuobstwiesen stehen für idyllische Landschaftsbilder, Sorten- und Geschmacksvielfalt und hochwertige Lebensmittel. „Streuobstwiesen gehören zu den vielfältigsten Lebensräumen in Europa. Sie beherbergen bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten, sowie zahlreiche vom Aussterben bedrohte Obstsorten. Dennoch steht dieses Habitat auf der Roten Liste der gefährdeten Lebensräume ganz oben. Rund 80 Prozent der österreichischen Streuobstbestände sind in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen", berichtet Christian Holler, Streuobstexperte der ARGE Streuobst.

Was ist eine Streuobstwiese?

Streuobstbestände setzen sich aus verschiedenen Obstbäumen zusammen, die in klassisch großkroniger Form erzogen werden und ohne dauerhafte Unterstützung freistehend sind. Wesentlich sind, jeweils in unterschiedlicher Ausprägung, eine hohe Obstarten- und Obstsortenvielfalt, unterschiedliche Stammhöhen und Wuchsformen, sowie unterschiedliche Altersklassen im Bestand. Streuobstbäume finden sich unter anderem als Obstbäume auf Grünland (Streuobstwiesen), in Gärten, auf Ackerflächen, in Weingärten, als Baumzeilen und Alleen, als Haus- und Hofbäume sowie als Einzelbäume in der Landschaft. Streuobstbestände werden umweltverträglich, extensiv und standortgerecht bewirtschaftet. Chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel kommen in der Regel nicht zum Einsatz.

Was leistet eine Streuobstwiese?

In Österreich gibt es geschätzte 1.000 bis 2.000 Obstsorten. Die Streuobstwiesen sind für den Erhalt und die Kultivierung dieser Geschmacks- und Sortenvielfalt wichtig. Auch bei den Lebensmitteln ist eine breite Palette an Sorten hilfreich. „Kronprinz Rudolf, Steirische Schafnase, Hirschbirne, Oberösterreichischer Brünnerling oder Wiener Haferbirne: Die Sortenvielfalt ist im Streuobstbau hundertfach höher als im Intensivobstbau“, berichtet Bernd Kajtna von der Arche Noah und Vorstandsmitglied der ARGE Streuobst Österreich.

Streuobstwiesen liefern Nektar für diverse Schmetterlinge und Wildbienen, Siebenschläfer und Reptilien finden wichtigen Lebensraum und gefährdete Vogelarten wie Wiedehopf oder Zwergohreule letzte Brutplätze.

Pflege und Bewirtschaftung sichern unsere Streuobstbestände

„Streuobstbestände sind ein Teil der Kulturlandschaft, sie sind vom Menschen geschaffen. Ihr Weiterbestand ist nur gesichert, wenn sie gepflegt und bewirtschaftet werden. Es handelt sich um Nutzökosysteme, in denen die Wertschöpfung aus der Obstproduktion und diversen Nutzungen der Fläche unter den Bäumen (Unternutzungen) erzielt wird. Der Streuobstbau ist nachhaltig und ressourcenschonend und erbringt wesentliche Wohlfahrtswirkungen: Er ist landschafts- und ortsbildprägend, identitätsstiftend, schafft und erhält Lebensräume für Pflanzen- und Tiere und dient der Erholung und dem Tourismus. Der Streuobstbau ist zudem ein wesentlicher Faktor für die Erhaltung der Biodiversität und der Sortenvielfalt im Obstbau“, erklärt Katharina Varadi-Dianat, die Obfrau der ARGE Streuobst.

„Die traditionell bewirtschafteten Streuobstwiesen stehen für Harmonie aus landwirtschaftlicher Nutzung und intakter Natur. Wir möchten auf die Bedeutung von Streuobstwiesen als wichtige Ökosystemdienstleister hinweisen und diese Obstgärten vor den Vorhang holen“, erklärt Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, seine Beweggründe für den Wettbewerb.

Michaela Dorfmeister und BILLA helfen bei der Suche nach den schönsten Streuobstwiesen

Schifahrerlegende Michaela Dorfmeister, die den heimischen Schisport wie fast keine andere geprägt hat, ist seit vielen Jahren stolze Streuobstwiesen-Besitzerin. „Heute jage ich keinen Weltcupsiegen mehr nach, ich möchte vielmehr, dass meine Tochter und in weiterer Zukunft ihre Kinder die schöne Kraft der traditionellen Streuobstwiese erleben können. Deshalb unterstütze ich die Aktion für den Erhalt unserer schönen Wiesen mit den hochstämmigen Bäumen.“

Sortenvielfalt bei Obst und Gemüse ist auch für BILLA, als wichtiger Nahversorger Österreichs, ein wichtiges Thema. Robert Nagele, BILLA Vorstandssprecher unterstützt die Suche nach den schönsten Streuobstwiesen: „Bewusstsein für die regionale Obstkultur zu schaffen ist mir ein Anliegen. Unsere Kundinnen und Kunden können zudem mit dem Kauf unserer Eigenmarke „Da komm‘ ich her!“ direkt Blühendes Österreich unterstützen. Ein Cent pro Verkaufseinheit fließt in unsere Initiative zum Schutz unserer Natur.“

Wettbewerb: Wer hat die schönste Streuobstwiese?

ARGE Streuobst und Blühendes Österreich rufen mit Unterstützung von Robert Nagele, Vorstandssprecher der BILLA AG und Michi Dorfmeister ganz Österreich auf, die schönsten Streuobstwiesen bekannt zu geben:

bis 24. Juni 2018 Eckdaten und Fotos unter www.blühendesösterreich.at einreichen.

Mitmachen können alle, die eine Streuobstwiese oder einen Hausgarten bewirtschaften oder im Eigentum haben zwei Kategorien: Streuobstwiesen mit mehr als fünf Bäumen, Hausgärten mit zwei bis fünf Bäumen

Die Jury bestehend aus Robert Nagele (Vorstandssprecher BILLA AG), Michi Dorfmeister (ehemalige Schirennläuferin), Ronald Würflinger (Geschäftsführer Blühendes Österreich) und Christian Holler (Streuobstexperte bei ARGE Streuobst) wählt die Gewinner am 2. August 2018

Prämiert werden die schönsten drei Streuobstwiesen und Hausgärten aus allen Bundesländern, sowie zwei Bundessieger

Zu gewinnen gibt es Preise im Wert von bis zu 5.000 Euro wie z.B. eine Obstraupe oder Haus-/Hydropresse. Die erstgereihten 100 Einreichungen erhalten regionaltypische Obstbäume