Prototyp-Filiale für barrierefreieres Einkaufen in Wien eröffnet
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5. April 2016

Meilenstein im Disability Management bei REWE International AG


Prototyp-Filiale für barrierefreieres Einkaufen in Wien eröffnet

Der barrierefreie Kassabereich in der neuen BILLA Filiale ohne Grenzen

Gemeinsam mit zahlreichen Betroffenen, Interessensvertreterinnen und -vertretern, Erwin Buchinger, Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung der Republik Österreich, sowie Expertinnen und Experten wurde heute in Wien Simmering „BILLA ohne Grenzen“ eröffnet. In dieser Prototyp-Filiale werden erweiterte Maßnahmen der Barrierefreiheit für Seh- und Hörbehinderte sowie in ihrer Mobilität eingeschränkte Kunden und Kundinnen eingesetzt und erprobt. Diese Maßnahmen wurden im Dialog mit Betroffenen entwickelt, sollen in weiterer Folge von weiteren Standorten übernommen werden können und dienen allesamt einem erweitert barrierefreien Einkaufen für Konsumentinnen und Konsumenten mit Behinderung und für ältere Menschen. Spezielle Schulungen für die Filial-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind wesentlicher Bestandteil des richtungsweisenden Projekts.

Der REWE International AG ist Inklusion ein großes Anliegen, sie ist ein wesentlicher Bestandteil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Seit 2008 beschäftigt sich Österreichs größter Lebensmittelhändler strukturiert mit dem Thema Barrierefreiheit und steht in laufendem Dialog mit Behindertenorganisationen. Die Überlegungen und Maßnahmen des Disability Managements in der REWE International AG umfassen zum einen die verstärkte Integration von Menschen mit Behinderung als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Barrierefreiheit für die Kundinnen und Kunden von BILLA, MERKUR, BIPA, PENNY und ADEG.

Zielgruppe sind Menschen mit Behinderung ebenso wie ältere Kundinnen und Kunden
„Wir haben das vergangene Jahr dazu genutzt, unser Disability Management weiter zu professionalisieren und die Chancengleichheit intern wie extern voran zu treiben. Das beginnt mit der Bewusstseinsbildung in den eigenen Reihen, auch durch verstärkte Integration. Daher freut mich besonders, dass es gelungen ist, den Anteil von Menschen mit Behinderung in unserer Belegschaft zu erhöhen – auf rund 400 Mitarbeiter und damit rund 1% der gesamten Belegschaft. Das möchten wir sukzessive weiter ausbauen. Was die bauliche Barrierefreiheit betrifft sind neu errichtete Standorte seit 2008 immer barrierefrei, alle übrigen wurden evaluiert und entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten adaptiert, häufig in enger Kooperation mit den Behörden aber auch mit Betroffenen und Verbänden. Das ist für mich gelebte Innovation, orientiert an den Bedürfnissen behinderter Menschen, die immerhin 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen, aber auch der stark wachsenden Kundengruppe älterer Menschen“, fasst Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE International AG die Beweggründe zusammen.

Österreichs Behindertenanwalt Buchinger begrüßt Bewusstseinsbildung
Anerkennung zollte den Bestrebungen von REWE International AG und der BILLA Prototyp-Filiale auch der ehemalige Sozialminister Erwin Buchinger, heute Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung. Buchinger stellt fest, dass sich die bauliche Barrierefreiheit in Österreich in den letzten Jahren bedeutend verbessert hat. Obwohl noch viel zu tun bleibt, hat das Auslaufen der Übergangsfristen nach dem Behindertengleichstellungsgesetz viele Unternehmen zu einer verbesserten Zugänglichkeit ihrer Angebote veranlasst. Die Behindertenanwaltschaft stellt aber noch einen großen Aufholbedarf im Bereich der barrierefreien Information und beim Abbau sozialer Barrieren fest. "Zentral erscheint mir dafür die Sensibilisierung der Bevölkerung – und die kann nur vorangetrieben werden, indem die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen thematisiert und vor allem auch sichtbar gemacht werden. Das passiert hier auf eindrucksvolle Weise. Solche Projekte haben eine wichtige Vorbildwirkung und ich bedanke mich bei der REWE International AG dafür, dass es als großes heimisches Unternehmen, das über einzigartige Breitenwirkung verfügt, in dieser Frage so konsequent handelt!“ kommentiert Buchinger im Rahmen der Eröffnung.

Prototyp-Filiale von BILLA – nächste Dimension barrierefreieren Einkaufens
Für die neu errichteten BILLA Filiale in der Simmeringer Fuchsröhrenstraße wurden Maßnahmen für Menschen mit Behinderung entwickelt und realisiert, die nicht nur über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehen, sondern sich auch für ein breites Roll-out auf andere Standorte eignen. „Wir haben ganz bewusst Maßnahmen umgesetzt, die wir österreichweit in unseren Filialen einsetzen können und werden. Man hätte an der einen oder anderen Stelle sicher noch eine spezialisiertere Lösung finden können – aber das widerspricht unserem Wunsch langfristig zu denken und zukunftsweisend zu agieren“, erklärt Robert Nagele, Mitglied des Vorstands der BILLA AG. Herzstück der umgesetzten Maßnahmen ist ein zentraler Info-Point mit barrierefreiem 3D-Lageplan im Eingangsbereich, an dem unter anderem ein Leih-Rollstuhl sowie ein Leih-Rollator verfügbar sind. Dort liegen auch Lupen zum Mitnehmen für die bessere Lesbarkeit der Angaben auf den Produkten auf. Mittels Taste kann das BILLA-Personal zur Assistenz gerufen werden, zudem steht ein Touchscreen-Zugang zum BILLA Onlineshop zur Verfügung – in der Filiale steht auch Click&Collect zur Verfügung.

Für Menschen die ein handelsübliches Hörgerät benutzen, werden in der Feinkost-Abteilung und im Kassenbereich die Stimmen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels Induktionsanlage verstärkt.  Bei allen Displays (Waagen im Obst & Gemüse-Bereich, der Feinkost und an der Kassa) wurde die Darstellung angepasst, sodass die Farbkombination für sehbehinderte Kundinnen und Kunden deutlich besser lesbar ist (weiß auf schwarzem Hintergrund statt bisher gelb auf rot). Diese Umstellung wird in allen BILLA Filialen in ganz Österreich durchgeführt und stellt laut Expertinnen und Experten eine enorme Erleichterung für sehbehinderte aber auch ältere Konsumenten und Konsumentinnen dar. Sowohl die Obst-und Gemüse-Waage als auch der Flaschenrückgabeautomat und der Gebäckspender wurden niedriger gebaut, sodass sie von Rollstuhlhöhe aus erreichbar sind. An der Kassa sind Bankomat und Display so angebracht, dass sie auch für Kundinnen und Kunden im Rollstuhl gut zu sehen sind. Auch das Einräumen der Waren ist dort nun leichter möglich. Weitere Maßnahmen sind unter anderem Blindenleitlinien, ein behindertengerechtes Kunden-WC oder Klammern an den Einkaufswagen für die Mitnahme von Gehhilfen (detaillierte Liste siehe unten).

Maßnahmen reichen von einfachen Adaptionen bis zu aufwendigeren Umstellungen
Für Nagele ist die Eröffnung der Prototyp-Filiale ein weiterer Meilenstein in einem schon lange laufenden Prozess: „Es gab schon bisher in einzelnen Filialen spezielle Angebote für Menschen mit Behinderung – oft auch auf Initiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So wurde beispielsweise im Vorjahr in der BILLA Filiale Laakirchen in Oberösterreich ein Leihrollstuhl zur Verfügung gestellt, weil Betroffene diesen Wunsch geäußert hatten, um nur ein Beispiel zu nennen. Nun haben wir unsere Erfahrungen mit den Wünschen der Betroffenen zusammengebracht und nach einem intensiven Entwicklungsjahr in der neuen Filiale in Wien Simmering umgesetzt. Neben all den baulichen und elektronischen Lösungen sind aber Kompetenz und Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort ausschlaggebend – das haben wir im vergangenen Jahr immer wieder bestätigt bekommen. Daher haben wir im Zuge dieses Projekts auch eigene Mitarbeiter-Schulungen entwickelt und durchgeführt. Wir haben bewusst keine einmalige ‚Muster-Filiale‘ gebaut, sondern einen Prototyp, in dem wir nun über die nächsten Monate und Jahre wichtige Erfahrungswerte sammeln werden.“

Maßnahmen für erweiterte Barrierefreiheit im „BILLA ohne Grenzen“ in Wien Simmering, Fuchsröhrenstraße 11:

  • Taktile Leitlinien für Sehbehinderte vom Gehsteig bis zum Info-Point in der Filiale
  • Info-Point im Eingangsbereich (gekennzeichnet):
    • Drucktaster um Personal zu rufen
    • Taktiler Plan des Verkaufsraums und Infomaterial über die Maßnahmen
    • Screen Online-Shop – Möglichkeit (bei Bedarf gemeinsam mit einer Mitarbeiterin / einem Mitarbeiter) zu bestellen und später abzuholen (click&collect) oder nach Hause liefern zu lassen (persönliche Zustellung)
    • Lupe zum Mitnehmen im Scheckkartenformat
    • Leih-Rollstuhl
    • Leih-Rollator
  • Kassabereich – eine Kassa barrierefrei umgerüstet (gekennzeichnet)
    • Induktionsanlage für Benutzerinnen und Benutzer von Hörgeräten
    • Größere Durchgangsbreite (mind. 1 m)
    • Bessere Situierung des Bildschirms / Preisanzeige 
    • Bessere Situierung des Bankomat-Terminals im vorderen Wannenbereich
    • Entfall der Seitenbande bei der Kassenwanne um das Einräumen der Ware im Sitzen zu erleichtern
  • Unterfahrbare Obstwaage bei Obst und Gemüse
  • Umstellung Bildschirmanzeigen bei Waagen und Kassen auf Kontrastfarbe (weiß auf schwarzem Hintergrund)
  • Montage der Preisschilder im Obst- und Gemüsebereich, so dass auch vom Rollstuhl aus lesbar
  • Stationäre Induktionsanlage im Feinkost-Bereich für Benutzerinnen und Benutzer von Hörgeräten
  • Höhe des Flaschenrückgabeautomaten reduziert, damit auch vom Rollstuhl aus bedienbar
  • Behindertengerechtes KundInnen-WC
  • Krückenhalter an allen Einkaufswagen
  • Notausgang bei Notfällen nicht nur optisch, sondern auch akustisch markiert
  • Entnahmehöhe beim Gebäckspender angepasst auf Rollstuhl-Fahrerinnen und -Fahrer
  • Defibrillator im Kassenbereich
  • W-Lan in der gesamten Filiale um Unterstützungssysteme am Smartphone nutzen zu können