Blühendes Österreich und BirdLife Österreich fördern Insektenschutz: 65 steirische Landwirte bewahren 79 Hektar an wertvollem Lebensraum  
Wiener Neudorf/ Wien, 30.10.2017
Zwergohreule © Otto Samwald/BirdLife Österreich
Im Rahmen des eigenen Naturschutzprogrammes FLORA (Förderung von Landwirtinnen und Landwirten und Organisationen zur Rettung unserer Artenvielfalt) unterstützt die Initiative Blühendes Österreich 65 steirische Landwirte finanziell bei ökologisch nachhaltiger und extensiver Bewirtschaftung, um wichtige Lebensräume für Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten zu sichern. Bereits seit der Gründung von Blühendes Österreich im Jahr 2014 durch die REWE International AG und BirdLife Österreich liegt das Voranschreiten des Insektensterbens und die Dezimierung heimischer Vögel in den Agrarlandschaften im Fokus der Initiative. Dank FLORA werden mittlerweile 79 Hektar - umgerechnet 110 Fußballfelder - an wertvollen Flächen wie Streuobstwiesen, Magerrasen oder artenreiche Fettwiesen von 65 Landwirten in der Steiermark geschützt.

2014 startete das Naturschutzprogramm FLORA der Initiative Blühendes Österreich in der Obstanbauregion in der Oststeiermark gemeinsam mit der OPST (Obst Partner Steiermark). FLORA fördert aktuell insgesamt 113 landwirtschaftliche Betriebe, Naturschutzvereine und Gemeinden beim Schutz und Erhalt wertvoller Lebensräume für Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten. Davon liegen 65 Betriebe in der Steiermark. Nun wurde eine erste Bestandsaufnahme und Evaluierung der Erfolge von FLORA auf den ersten, im Jahr 2014 aufgenommen Betrieben in der Steiermark auf einer Fläche von insgesamt 48 Hektar durchgeführt:

• Blühendes Österreich schützt mit FLORA bereits 938 Einzelbiotope wie Streuobstwiesen, Magerrasen oder artenreiche Fettwiesen in der Steiermark.

• Die geschützten Biotope sind maßgebliche Lebensräume in der Region für stark gefährdete Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen und Hornissen, stark gefährdete Vogelarten wie Zwergohreule oder Wendehals, von denen bundesweit nur noch 50 Brutpaare je Art existieren.

• Starke Zunahme von frischen, artenreichen Fettwiesen der Tieflagen in der Oststeiermark: Die Vertragspartner von Blühendes Österreich haben im Rahmen von FLORA ehemals intensiv genutzte Wiesen extensiviert und in frische Fettwiesen umgewandelt.

• Starke Zunahme von seltenem, feuchtem bis nassen Grünland (feuchte bis nasse Fettwiesen und Überschwemmungswiesen) dank der Maßnahmen im Rahmen von FLORA in der Oststeiermark, was zu einer Entlastung benachbarter Fließgewässer geführt hat und die Entwicklung von einer stark gefährdeten Art von Lebensraum für Pflanzen und Tiere fördert.

Weitere 450.000 Euro zum Erhalt ökologisch nachhaltiger Flächen
In den letzten drei Jahren sind zehn weitere Betriebe bei FLORA in der Steiermark eingestiegen, 31 Hektar wertvolle Flächen hinzugekommen und diesen Oktober werden weitere sechs Hektar artenreicher Wiesen von Partnerbetrieben auf ehemaligen Intensivflächen angelegt. In den nächsten zehn Jahren wird Blühendes Österreich mindestens 450.000 Euro über sein Naturschutzprogramm FLORA in der Oststeiermark ausschütten, um so viele Flächen wie möglich für die Artenvielfalt zu erhalten.

Als vor 3 Jahren das Naturschutzprogramm FLORA von Blühendes Österreich ins Leben gerufen wurde, war Partner OPST (Obst Partner Steiermark) von der Sache überzeugt: „Blühendes Österreich unterstützt unsere Landwirtinnen und Landwirte darin, ihre letzten Bestände an wertvollen Biotoptypen zu erhalten“, freut sich Willi Nuster, Qualitätsmanager der OPST.

„Mit FLORA schützt Blühendes Österreich gefährdete Lebensräume für besondere Arten wie Wiedehopf und Gartenrotschwanz sowie stark gefährdete Vögel wie Wendehals und Zwergohreule – wovon es je nur noch 50 Brutpaare in Österreich gibt. Die Besonderheit von FLORA liegt an der alleinigen Bewertung des Biotops aufgrund seiner naturschutzfachlichen Wertigkeit. Je wertvoller und bedrohter die Fläche ist, desto höher fällt die Prämie für unsere Partner aus“, erzählt Gábor Wichmann, Geschäftsführer BirdLife Österreich und Vorstandsmitglied Blühendes Österreich.

„Natürliche Vielfalt und Ökosystemleistungen sind die Voraussetzung für vielfältige und qualitativ hochwertige Lebensmittel. Die REWE International AG übernimmt mit Blühendes Österreich Verantwortung für den Schutz der Biodiversität und unserer Artenvielfalt. Die Landwirtinnen und Landwirte werden für eine ökologisch nachhaltige und extensive Bewirtschaftungsweise belohnt und gefördert“, erzählt Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE International AG.

„Die von FLORA geschützten Flächen sind wichtige Rückzugsgebiete in intensiv genutzten Agrarlandschaften für Tiere und Pflanzen. Gerade unsere Insekten wie z.B. Schmetterlinge sind stark gefährdet. Mehr als 50 Prozent der tagaktiven Schmetterlingsarten Österreichs sind akut gefährdet, obwohl sie einen essenziellen Beitrag zu unserem Ökosystem leisten. Das Programm FLORA erhält diese wichtigen, ökologischen Trittsteine in der Oststeiermark“, berichtet Peter Huemer, Leiter der Naturwissenschaftlichen Sammlung der Tiroler Landesmuseen und Beirat der Stiftung Blühendes Österreich.

Der neue Report von Blühendes Österreich und GLOBAL 2000, verfasst von Peter Huemer, behandelt die Bedrohungslage von Schmetterlingen in der Steiermark und verweist auf die Notwendigkeit, Lebensräume für unsere Tiere und Pflanzen zu erhalten. Denn Artenvielfalt sichert wiederum die Produktion unserer Lebensmittel. Der aktuelle Schmetterlingsreport ist jetzt unter folgendem Link „Ausgeflattert II – der stille Tod der österreichischen Schmetterlinge“ nachzusehen.