GEMEINSAM.SICHER mit der REWE International AG: BMI und Landespolizeidirektion Wien schulen Filialmitarbeiter in Gewaltprävention  
Wien/ Wiener Neudorf, 21.08.2017
V.l.n.r.: Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der REWE International AG Karl Gietler, Vorstandsvorsitzender REWE International AG Frank Hensel, Innenminister Wolfgang Sobotka, General Karl Mahrer
Laut einer Befragung fühlen sich ein Drittel der Mitarbeiter am Arbeitsplatz in der Filiale nicht sicher – die Geschäftsleitung, der Betriebsrat und das LPD Wien griffen umgehend ein. Rund 500 Mitarbeiter von BILLA, MERKUR, PENNY und BIPA konnten bereits ihr subjektives Sicherheitsempfinden durch zahlreiche Schulungsmaßnahmen erhöhen. Im Herbst 2017 wird das Erfolgsprojekt auf alle Landeshauptstädte Österreichs ausgerollt und mit einem E-Learning-Tool ergänzt. Ziel: alle Mitarbeiter in den Filialen der Landeshauptstädte Österreichs sollen am Arbeitsplatz sicher sein.

Über 1,9 Millionen Kunden kaufen täglich in einer der 2.500 Filialen der Handelsfirmen der REWE International AG (BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA, ADEG) ein. Leider stehen Beschimpfungen, organisierter Ladendiebstahl, Raubüberfälle und sogar Attacken auf die Filialmitarbeiter immer wieder an der Tagesordnung. Eine Umfrage unter über 400 Mitarbeiter von BILLA, PENNY und BIPA aus so genannten Hotspot-Filialen in Wien ergab eine alarmierend hohe psychische Belastung der Mitarbeiter aufgrund von Strafdelikten: Rund ein Drittel der Befragten wurde schon einmal von Kunden attackiert, fast die Hälfte sieht sich durch solche Übergriffe in der Arbeit psychisch belastet und stuft ihr subjektives Sicherheitsgefühl als wenig oder nicht sicher ein.

„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz hat absolute Priorität und ist einer der zentralen Faktoren für die Zufriedenheit unserer Belegschaft. Durch die verstärkte Präsenz der Polizisten an unseren Standorten sowie durch Schulungsmaßnahmen konnte das subjektive Sicherheitsempfinden maßgeblich positiv beeinflusst werden“, zeigt sich Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der REWE International AG, zufrieden. Gemeinsam mit dem BMI und der Landespolizeidirektion Wien wurden Mtarbeiter von betroffenen Filialen in Gewalt-Präventionsmaßnahmen geschult und mögliche Szenarien spielerisch geübt, um das richtige Verhalten in Gefahrensituationen durch Experten der Wiener Polizei zu erlernen.

Innenminister Sobotka und LPD Wien General Mahrer: Mehr Sicherheit durch Prävention
Innenminister Wolfgang Sobotka weiß um die Gefahren und oftmals hohen psychischen Belastungen vieler Mitarbeiter im Handel Bescheid und unterstützt die Initiative GEMEINSAM.SICHER: „Nahversorger sind einer hohen Besucherfrequenz und nicht zuletzt aufgrund des Bargeldvorrates einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt“, so der Innenminister. „Es kann nicht sein, dass Angestellte in Handelsbetrieben bedroht, attackiert – oder noch schlimmeres – werden. Jeder hat das Recht auf Sicherheit! Deshalb ist es wichtig, gemeinsam mit Unternehmen wie der REWE International AG und der Polizei Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und so rasch als möglich umzusetzen“, so Sobotka. Auch der Wiener Landespolizeivizepräsident General Karl Mahrer sieht den Schlüssel zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz nicht zuletzt in der Präventionsarbeit sowie einer funktionierenden Kommunikation zwischen Polizeiinspektionen und MarktleiterInnen: „Die enge Zusammenarbeit zwischen den Polizisten und den Mitarbeiter vor Ort ist ausschlaggebend“, sagt Mahrer und ergänzt: „Mit der Grätzelpolizei und wachsamen Bürgerinnen und Bürgern schaffen wir es, gemeinsam als ‚Gesellschaft des Hinsehens und aktiven Handelns‘ die Sicherheit zu erhöhen. Mit Informationsveranstaltungen und -broschüren sowie dem Einsatz des Online-Schulungs-Tool ‚Sicherheit im Handel‘ sind weitere Meilensteine bereits in der Pipeline.“

Umfrage zeigte akuten Handlungsbedarf auf – Erfolge bereits spürbar
„Wir haben die Befragungsergebnisse aus Wien unserer Geschäftsleitung präsentiert und es wurden umgehend Maßnahmen in Angriff genommen, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu erhöhen und im Gegenzug die psychische Belastung auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Karl Gietler, Betriebsrat bei BILLA und Initiator des Projekts seitens der REWE International AG. Dass die verstärkte Polizeipräsenz und die Präventionsmaßnahmen der Filialmitarbeiter bereits greifen, zeigt sich in der stark gesunkenen Zahl an Raubüberfällen: In der Zeit vom 1. 6. 2016 bis zum 30. 4. 2017 haben sich die Überfälle auf Wiener Filialen um zwei Drittel verringert.

Aufgrund des großen Erfolges in Wien wird das Projekt ab Herbst 2017 auf alle Landeshauptstädte ausgerollt und mit einem E-Learning-Tool abgerundet. Das speziell für Angestellte in Handelsbetrieben vorgesehene webbasierte Tool soll die Anwendern insbesondere hinsichtlich rechtlicher Fakten und Vorgangsweisen zur Verhinderung von strafbaren Handlungen wie Ladendiebstahl, Raub oder Falschgeldverbreitung informieren.