REWE Group arrow Nachhaltigkeit arrow Energie, Klima und Umwelt
Öko-BILLA Perchtoldsdorf
3

Einen Öko-Markt, wo bei der Errichtung Ressourcenschonung an oberster Stelle steht, mag es in Österreich vereinzelt geben. Die enge Kooperation mit der Marktgemeinde, wo zum gegenseitigen Nutzen zusätzlich dringende Verkehrsanliegen mitgelöst werden, gibt es nur zwischen der Öko-BILLA Filiale Donauwörtherstraße und Perchtoldsdorf.

Holzfertigteilbauweise
Die bei der BILLA Filiale in Perchtoldsdorf angewendete Holzfertigteilbauweise weist gegenüber herkömmlichen Beton- und Ziegelbauten einen um rund 60 Prozent geringeren Materialinput auf. Der geringere Primärenergiebedarf wurde vor allem durch die Wahl des Baustoffes Holz für die Tragkonstruktion erreicht. Die Holzriegelkonstruktion der Wände, mit eingelegter Wärmedämmung, ermöglicht geringe Wandstärken. Holz als nachwachsender Rohstoff zeichnet sich vor allem durch die regionale Verfügbarkeit, einfache Be- und Verarbeitbarkeit, gute Dämmfähigkeit und seine hochwertigen konstruktiven Eigenschaften aus.

Sämtliche Bauteile sind durch leicht lösbare Verbindungen wieder zu trennen, so dass bei einem späteren Rückbau eine Weiter- und Wiederverwendung sowie ein Recycling auf gleichem Niveau möglich ist. Holz unterstützt auch die Behaglichkeit im Markt, was von KundInnen und MitarbeiterInnen gleichermaßen geschätzt wird.

Parkplätze und Tiefgarage
Grund und Boden sind wichtige Ressourcen, die es zu schützen gilt. Dabei ist das Konzept des Öko-BILLA Perchtoldsdorf richtungsweisend: Die Filiale wird auf die neu errichtete Tiefgarage gebaut, ebenso die BILLA Kundenparkplätze. Damit wird die Bodenversiegelung - im Vergleich zu herkömmlichen Filialen - auf ein unbedingt notwendiges Minimum reduziert.

Die Parkplätze in der Tiefgarage stehen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung, was speziell bei Veranstaltungen im nahegelegenen Freizeitzentrum zu einer wichtigen Verkehrsentlastung führt, da die zeitaufwändige Parkplatzsuche entfällt. Öffentlich ist der ÖKO-BILLA mit dem gemeindeeigenen Elektrobus auf höchst umweltschonende Weise zu erreichen. Jene KundInnen, die ihre Einkäufe individuell elektrisch unterstützt machen, sei es mit dem E-Bike oder dem E-Auto, können ihr Fahrzeug kostenlos bei der Ladestation der Filiale "nachtanken".

Da die Tiefgarage nicht aus Holz errichtet wurde, wurde auch beim Beton die ressourcenschonende Variante verwendet: Die Herstellung des verwendeten "Öko-Beton" besticht durch Entfall eines Brennprozesses bei der Zementherstellung, was nicht nur Energie sondern auch Emissionen von CO2 (minus 80 Prozent) und Luftschadstoffen einspart.

Effiziente Kühlung
Ökologisch und intelligent mit Energie umzugehen, heißt, die richtige Auswahl bei Energieträger und Haustechnikanlagen zu treffen. Da der Stromverbrauch einer Filiale signifikant von der Kühlung beeinflusst wird, wurde diesem Thema besonderes Augenmerk gewidmet. 

Im Kältebereich wurden hochwertige und energieeffiziente Komponenten eingesetzt. Zu einem energetisch optimalen Betrieb ist außerdem eine Abstimmung aller Teile der Gesamtanlage unbedingt erforderlich. Dies wird von einer zentralen Steuerung erledigt, die tausende Betriebsparameter verarbeitet und die Kälteerzeugung optimal auf den Kältebedarf der Kühlmöbel und Vitrinen abstimmt . Die Kältekompressoren werden nicht mehr ständig ein- und ausgeschaltet, sondern kontinuierlich und am energieeffizientesten Betriebspunkt betrieben.

Kälteanlagen erzeugen auch Abwärme - diese wird für die Aufbereitung des benötigten Warmwassers und für die Heizung genutzt. Selbst Wetterinformationen werden berücksichtigt, um die Fußbodenheizung mit Betonkernaktivierung optimal anzusteuern.

Sollte für die Heizung an besonders kalten Tagen zusätzliche Energie benötigt werden, so wird diese durch eine Luftwärmepumpe beigesteuert.

Der Öko-BILLA Perchtoldsdorf verzichtet beim Heizen somit vollkommen auf fossile Energieträger und spart damit CO2.

4

Türenheizung in Tiefkühlschränken?
In herkömmlichen Tiefkühlschränken sind - kaum sichtbar - eine Reihe von Elektrobegleitheizungen installiert. Damit werden Gläser und Türrahmen, innerhalb eines auf minus 20°C gekühlten Gefrierschrankes, elektrisch aufgeheizt, um das Beschlagen der Scheiben und  Anfrieren der Türen zu verhindern.

Durch den Einsatz von sogenannten "Nullenergie-Türsystemen" mit Kunststoff- statt Metallrahmen, Isolierglaspaketen mit Spezialbeschichtungen sowie Glasfüllungen mit Edelgas, können bei einer einzigen BILLA Filiale rund 15.000 kWh Strom pro Jahr eingespart werden.

Mit Türen an den Fleisch- und Convenience-Kühlmöbeln wird der Kälteverlust offener Kühlmöbel deutlich reduziert und gleichzeitig die Umgebungstemperatur für die Kunden verbessert.

Das richtige Kältemittel 
Auf die richtige Auswahl des Kältemittels wird besonderes Augenmerk gelegt. Wurde früher das Kältemittel nach Betriebssicherheit und Energieeffizienz ausgewählt, so steht heute der Umweltschutz im Vordergrund. Nachdem viele chemische Kältemittel wegen der ozonschichtauflösenden Wirkung verboten wurden, werden die Nachfolgekältemittel für die globale Erderwärmung mitverantwortlich gemacht.

Bei der Suche nach in der Natur vorkommenden klimaneutralen Kältemitteln zeigt derzeit CO2 im Tiefkühlbereich die besten Eigenschaften. Aufgrund des hohen Druckes kann CO2 in der Normalkühlung nicht sinnvoll eingesetzt werden, daher wird ein neu entwickeltes chemisches Kältemittel eingesetzt. Dieses hat ein rund 60 Prozent reduziertes Erderwärmungspotential und erfüllt die Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltschutz derzeit am besten. 

Dass Optimierungen auch ohne spezielle ausgeklügelte Technologien möglich sind, zeigt sich an Hand einer einfachen Maßnahme: Durch die zentrale Lage der Kältemaschine werden die Anschlussleitungen zu den Kühlmöbeln wesentlich kürzer. Damit sinkt die Menge an Kältemittel, welches im Kreislauf zu halten ist.  Kürzerer Transport von weniger Kältemittel bedeutet geringeren Energieaufwand und weniger Risiko im Falle eines Lecks.

Beleuchtung
Neben der Kühlung stellt die Beleuchtung einen wichtigen Stromverbraucher dar. Diese unverzichtbare Einrichtung wurde mit Hilfe der LED Technologie derart optimiert, dass bei gleicher Lichtleistung weniger als die Hälfte an Strom benötigt wird.

Der gesamte Innenbereich und der Kundenparkplatz sind mit energieeffizienten und langlebigen LEDs beleuchtet. Der Vorteil dieser Leuchtmittel liegt darin, dass das Licht sehr gut ausgerichtet werden kann und man daher mit geringerer Leistung die gleiche Ausleuchtung der Ware, wie mit herkömmlichen Leuchtstoffröhren,  erreicht wird. In Bereichen, in denen der natürliche Lichteintrag ausreichend ist, wird die künstliche Beleuchtung tageslichtabhängig gesteuert. Die Leuchten werden entsprechend der Umgebungshelligkeit gedimmt - wofür LEDs optimal geeignet sind - oder ganz abgeschaltet.

Beim Öko-BILLA wurden zudem Lichtkuppeln zur Tageslichtnutzung und Maßnahmen zur Tageslichtlenkung eingebaut. Das reduziert den Energieaufwand für Beleuchtung und den ungewollten Wärmeeintrag in die Filiale.

In den Lager- und Aufenthaltsräumen wird die Beleuchtung entsprechend der Personenanwesenheit aktiviert.  Abhängig davon, ob es sich um Außen-, Werbe-, Kühlmöbel oder Verkaufsbeleuchtung handelt, gibt es unterschiedliche Einschaltzeiten. Um diese zu steuern und somit die Beleuchtung möglichst energieeffizient zu betreiben, wird eine - aus der Zentrale fernsteuerbare - Zeitschaltuhr eingesetzt.

Strom aus Sonnenenergie
Am Dach des Öko-BILLA wurde eine Photovoltaik-Anlage errichtet, die jährlich über 15.000 kWh Strom erzeugt. Der große Vorteil liegt in diesem Fall darin, dass die maximale Produktion der Anlage und der maximale Bedarf der Filiale gleichzeitig auftreten - im Sommer, wo es hohem Kühlbedarf gibt. Damit wird das Stromnetz entlastet. Was an Strom nicht eingespart bzw. vor Ort nicht produziert werden kann, wird durch Grünstrom aus heimischer Wasserkraft abgedeckt, wie generell bei REWE International AG.

Verbrauchsmonitoring
Beim Öko-BILLA Perchtoldsdorf wurde viel Technik eingesetzt, um den Energieverbrauch zu minimieren. Aber Technik braucht Überwachung. Deshalb wurde ein erweitertes Monitoring der verbrauchsrelevanten Kennwerte eingeführt. So wird der Strombezug aus dem Stromnetz und der PV-Anlage und der Energiebedarf der großen Verbraucher wie Kühlung und Feinkost im 1/4h-Takt aufgezeichnet.

Auch der Verbrauch des kostbaren Gutes Wasser wird laufend dokumentiert, um mögliche Lecks rasch zu erkennen und zu beheben. Um ein angenehmes Raumklima bzw. um den optimalen Betrieb der Kühlanlagen zu gewährleisten, werden zusätzlich Raum- und Außentemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit und die Luftgüte (mittels CO2-Fühler) aufgezeichnet. Durch den Einsatz von Tür- und Fensterkontakten kann der Einfluss von Zugluft auf das Filialklima bzw. den Energiebedarf ermittelt werden.

Alle diese Monitoring-Daten werden neben der gesamten Regelung der Kältetechnik in einem Steuerrechner der Filiale aufbereitet und an die Zentrale zur Bearbeitung weitergeleitet.  

Im Sinne einer permanenten Verbesserung werden alle neuen Maßnahmen, die sich im Test bewähren, sofort in die Standards für Filialneu- und Umbauten aufgenommen und konsequent umgesetzt - wie auch schon in der Vergangenheit praktiziert wurde.

5

Ausgezeichnete Kriterien
Die Filiale wurde nach zwei Zertifizierungssystemen (ÖGNI, ÖGNB) überprüft, um die vollumfängliche Betrachtung von Nachhaltigkeitskriterien sicher zu stellen. Der Öko-BILLA Perchtoldsdorf ist damit erster und einziger Supermarkt in Österreich, der sowohl ÖGNI und ÖGNB zertifiziert ist.

Durch die besonders ressourcenschonende Energie- und Gebäudetechnik und die Nutzung erneuerbarer Energieträger leistet der Öko-BILLA Perchtoldsdorf einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der österreichischen Klimaschutzziele und ist wichtiges Vorbild für andere Verkaufsgebäude. Als sichtbares Zeichen dafür wurde im Rahmen der Eröffnung zusätzlich die klima:aktiv Plakette des Lebensministeriums überreicht.

Die richtige Oberfläche
Aber nun weg von aller Technik und hin zur Natur, die sich REWE International AG auch zum Vorbild genommen hat: Die Oberflächenentwässerung erfolgt über Versickerung der Niederschlagswässer über geeignet ausgebildete, den Verkehrsflächen zugeordneten Grünflächen. Während der örtlichen Versickerung über die Vegetationsdecke wird das Wasser auf natürlichem Wege mechanisch, chemisch, physikalisch und biologisch gereinigt. Zusätzlich wird also auch das örtliche Kanalsystem entlastet.